Deutschland ist unser Friedensland – Sara und Mohammed fanden bei der SGW ein neues zuhause!

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Sara und Mohammed hatten eine ganz normale Familie, ein ganz normales Leben. Beide kannten sich von Kindheit an, besuchten dieselbe Schule. Irgendwann verliebten die beiden sich, heirateten im Jahr 2002. 2003 kam eine Tochter zur Welt, 2006 und 2009 folgten zwei Söhne. Die Familie hatte eine Wohnung in Al-Raqqa, der Stadt, in der Mohammed als Grundschullehrer und Sara als Arabisch-Lehrerin arbeiteten, gemietet. Für Ferien und Freizeit besaß die  Familie ein Haus in einem nahen Dorf – schön gelegen an einem See, ein Rückzugsort für Familie, Freizeit und Entspannung. Ein ganz normales  Leben. Eine ganz normale, glückliche Familie. Doch diese Familie lebte in Syrien.

Am 06.01.2014 hat der IS die Stadt Al-Raqqa eingenommen. Sara und ihre Tochter wurden gezwungen, die Burka zu tragen. Binnen zwei Monaten waren die Schulen der Stadt geschlossen, Sara und  Mohammed standen ohne Arbeit da. Bücher waren strengstens verboten, mussten von Stund an vor dem IS versteckt werden.
Mohammed besaß ein Auto und versuchte, seine Familie durch Taxifahrten zu ernähren. Doch auch allen anderen fehlte es an Geld.  Auch die drei Kinder durften keine Schule mehr besuchen. So entschieden sich Sara und Mohammed schließlich zur Flucht. Sie verkauften alles Hab und Gut und flüchteten zusammen mit Freunden in die Türkei. Von da aus begann eine Odyssee über Griechenland, Mazedonien, Serbien, Kroatien, Ungarn und Österreich – bis zuletzt nach Deutschland. Über Passau, Dortmund und Bitburg fand die Familie ihre erste feste Bleibe in einem Flüchtlingsheim in  Iserlohn. Mehrere Monate lebten sie zusammen mit einer anderen Familie in einem Zimmer einer geschlossenen Schule. Lebten sich ein, fanden Freunde. Diese Freunde haben geholfen, eine Wohnung zu finden. So kamen die fünf schließlich nach Witten. Yamamah besucht seitdem das Ruhrgymnasium, Modafa die Adolf-Reichwein-Realschule, und Mogdad geht zur Pferdebach-Grundschule. Sara und Mohammed sind „angekommen“. Sie dürfen seit April die Euro-Schule besuchen, um besser Deutsch zu lernen. Beide lernen viel, um ein möglichst gutes Niveau zu erreichen. Sie vermissen ihre Familie und ihre Freunde, am meisten Eltern und Geschwister.  Von ihrer Heimatstadt sind heute kaum mehr als Trümmer übrig. Auf die Frage, wie es ihnen in Witten gehe, fängt Sara an zu lächeln. „Uns geht es hier so gut. Auch die Nachbarn sind sehr, sehr nett. Wir werden hier nicht wie Flüchtlinge, sondern wie Freunde behandelt. Ich bringe meinen Nachbarn Kostproben vom arabischen Essen, und sie revanchieren sich mit Kuchen und Süßigkeiten. Manchmal sitzen wir abends zusammen und die Kinder spielen gemeinsam. Wir wünschen uns für die Zukunft, noch besser Deutsch zu lernen und eine Arbeit zu finden, sodass wir für uns sorgen können. Und natürlich vor allem Frieden.“